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Unwetter Zentrale

Warm durch die Nacht - Tourbericht 28+31.03.2020 (Kevin)

einem Ort zu vermeiden. Die Situation hat sich also wieder ein wenig weiter verschärft, als nur Absperrband und 2 m Abstand, was wieder neue Anspannung mit sich bringt und auch leider wieder für Unmut bei unseren Gästen sorgt. Die neu aufgebaute Distanz hinterlässt bei uns allen einen faden Geschmack im Mund, ist aber notwendig für den weiteren Bestand der Touren während der Covid-19 Krise.

Am Samstag war es durch die recht schmale Besetzung mit vier Leuten schwer etwas anderes zu tun, als Essen und Getränke auszugeben. Viele Gespräche blieben aus und man war hauptsächlich mit der nötigsten Versorgung beschäftigt. Nichtsdestotrotz habe ich am Rande mitbekommen, wie P. aktuell dabei hilft, einen HartzIV Antrag für N. fertigzumachen und einzureichen. Mit HartzIV hat N. dann endlich wieder Geld zum Leben und darf auf einen Schlafplatz in der Notübernachtungsstelle hoffen. Und als P. uns dann noch auf dem Rückweg zur Garage geholfen hat, konnte ich noch ein wenig persönlich mit ihm plaudern.
Wir haben auch 32€ an Spenden bekommen. Sie kamen von unterschiedlichen Leuten und wir sind sehr dankbar für dieses Geld!

Dienstag war es durch die zusätzliche Unterstützung zum Glück entspannter und man hatte wieder Zeit für den einen oder anderen Plausch (natürlich mit mindestens 2m Distanz ). Da habe ich z.B. erfahren, dass einer unserer Gäste aus einem Praktikumsplatz einen Vollzeitjob machen konnte. Die Freude war ihm natürlich ins Gesicht geschrieben, weil er nun nach 10½ Jahren Obdachlosigkeit komplett seinen Weg zurück ins Leben gefunden hat. Großartig feiern können wir das aktuell zwar nicht, aber einen Kaffee haben wir trotzdem drauf getrunken.

An diesem Abend empfand es einer unserer Gäste, bzw. jetzt Ex-Gäste, da wir ihn nicht mehr versorgen werden, leider noch als notwendig, vor unseren Augen sein Essen ins Beet am Baum zu schütten, nachdem wir ihn mehrfach gebeten hatten, die 50 m Abstand vom Fahrrad einzuhalten. Er wollte sich partout nicht an unsere Vorgaben halten und da er zuvor auch schon wiederholt durch seine Respektlosigkeit unserem Team gegenüber aufgefallen ist, hat er sich mit seinem trotzigen Verhalten selbst auf die Blacklist gesetzt. Wir haben genug Gäste und müssen niemandem hinterrennen, dem unsere Hilfe nicht gut genug ist.

Wir haben beide Abende dann wieder damit beendet, dass wir das Fahrrad geputzt, die übergebliebenen Lebensmittel noch für die Foodsharing Boxen verteilt, alles in die Garage geräumt und noch ein wenig über den Tag geredet haben. Auch wenn die Touren durch die Sondersituation stressiger sein können, erwärmt es einem immer wieder das Herz. Was für uns kleine Taten sind, hat auf unsere Gäste eine große Auswirkung und sie tun ihr Bestes, um uns ihre Dankbarkeit zu zeigen. Da reicht es oft auch schon aus, wenn man nur mal ein offenes Ohr für die Probleme anderer hat.


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