Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 25.02.2020 (Evelyn)

Ich traf mich mit Julian gegen 16.30 Uhr an der Garage.
Wir waren dabei, die Bollerwagen rauszufahren, da kam auch schon Stephan, der sich angekündigt hatte und brachte Marian und Jonas mit. Zwei Jungen in Begleitung, die uns heute fleißig zur Hand gehen wollten.
In dem Moment kamen auch Karl und Brigitte und brachten uns Obst, Gemüse und andere leckere Spenden von Rewe. Außerdem brachten die beiden uns auch wieder lecker duftende Suppe von Haus Reichwein Essen.
Nach und nach kamen Frank, Micha, Roland, Annika und Fabi, Bianca und Christina. 12 Ehrenamtliche auf Suppentour
Wunderbar! Da konnten wir gut was mitnehmen. Auch Apri und Sven kamen...
Sie hatten uns vorher schon Brötchen und verderbliche Ware in den Kühlschrank gestellt, welche wir in unsere Bollerwagen verstauten. Hygiene-Artikel, Kaffee, Milch, Zucker, Terrinen, Maggi, Süßes und eine ganz Kiste Weihnachtsmänner von rewe Sliwik, die Solly vorher schon abgeholt hatte, wurden uns auch gebracht. Ja, so sind sie, unsere Lagerfeen Solveig und Apri. Ich hatte sogar Namensschilder für jeden an den Kleidungsstücken.
So brauchte ich nur hingreifen und hatte, was ich brauchte.
Hervorragende Vorarbeit, lieben Dank Apri



Alle vor Ort packten alle fleißig zu. Es wurde Wasser aufgekocht, um den Getränkewagen zu bestücken, der Kaffee- und der Hygiene- Trolley wurden gereinigt und gefüllt und das Suppenfahrrad wurde hergerichtet.
Es waren 2 Einsätze und 3 Eimer Suppe vom Restaurant Haus Reichwein für unsere Bedürftigen gekommen. Dazu gab es

einen ganzen Bollerwagen voller Backwaren von Bäckerei/Konditorei Gräler-Cafe Ruhrblick, einen Bollerwagen beladen mit Obst und Gemüse, einen Wagen mit Kühltaschen, in denen sich die verderbliche Ware wie Wurst, Käse, Joghurt etc. befanden. Einen Wagen packten wir mit Kleidung, Schuhen, Schlafsäcken, Wolldecken und einem ganzen Karton Regenjacken voll, verabschiedeten uns von Sven und Apri und zogen vollbepackt um 17.53 Uhr los zu unserer 1.Station bei Leuchten Kaiser.

Unsere Gäste warteten schon auf uns und wir begrüßten uns. Wir postierten uns in unserer gewohnten Reihenfolge an der Seite unter dem Vordach. Die mitgebrachten Dinge wurden emsig verteilt, denn der Andrang war heute groß. Wir hatten alle Hände voll zu tun. Es fing zu regnen an, wie schon die letzten Male, wenn wir mit unserem Suppenfahrrad durch die Stadt zogen.
Aber Micha hatte vorgesorgt...er konnte den Bedürftigen heute JEDEM eine Regenjacke aushändigen. Dank unserer lieben Spender/innen und dem Einsatz und der Organisation vieler EPA-Leute, war dieses heute möglich. Ein großes Dankeschön an Alle
Somit sind die bedürftigen Menschen wenigstens ein wenig vor dem Regen geschützt und haben am Oberkörper trockene Kleidung.

Dann bekamen wir noch 3 Kartons Backwaren, belegte Brötchen, Geflügel-Rollen, Croissants und Laugengebäck über Foodsharing Essen. Ein <3 liches Dankeschön.
Mit vollen Händen konnten wir heute unsere Gäste versorgen und es war ein tolles Gefühl...

Julian holte heißes Wasser aus der Shisha-Bar und füllte es nach, dann zogen wir gegen 19.00 Uhr weiter zur Gertrudis-Kirche und stellten uns, wie schon am Samstag, wegen des Regens rechts neben den überdachten Eingang von HEMA. Bianca hatte uns soeben verlassen. Ihr ging es nicht gut, sie hatte Kopfweh und war sehr blass.
Alle wieder wie gewohnt aufgestellt, Suppenfahrrad gesichert und Hände desinfiziert, versorgten wir unsere Gäste, die uns auch hier freudig erwarteten.
Wie gesagt, heute konnten wir die Bedürftigen sehr gut versorgen und dementsprechend war auch die Stimmung. Wir führten ernste Gespräche, scherzten rum und unterhielten uns mit Passanten.

Der Renner an diesem Tag waren aber auch hier die Regenjacken, die Micha heute gar nicht so schnell verteilen konnte, wie sie gebraucht wurden bei dem Wetter.
Die Suppe von Haus Reichwein schmeckte vorzüglich und es wurde oft noch eine 2. Portion gegessen. Auch konnten wir viele Lebensmittel für die spätere Versorgung mitgeben, sodass auch für eine Mahlzeit am nächsten Tag gesorgt war (wenn auch nicht warm). Aber es ist Ende des Monats...

Gegen 20.00 Uhr verließ uns Christina, was sie aber vorher schon angekündigt hatte. Es war schön, sie mal wieder in unserem Team zu haben...junge Leute bringen frischen Wind
Zu diesem Zeitpunkt zogen wir mit unserem Tross los zu unserer letzten Station an der Hauptpost. Roland schob das Suppenrad und war so schnell, das ich diesmal Schwierigkeiten hatte, mitzuhalten.
Es regnete wie aus Eimern, also stellten wir uns wieder unter das Vordach von Galeria Kaufhof. Und heute blieben sogar die Schaufenster beleuchtet. Ich stellte mit Frank und Roland das Suppenfahrrad in eine sichere Position, Annika und Fabi postierten den Hygiene- und den Kaffeewagen und Julian, Micha, Stephan und Marian stellten die anderen Wagen an ihren Platz. Jonas hatte uns zwischenzeitlich auch schon verlassen. Er hat Marian und Stephan fleißig geholfen, das Obst und Gemüse und die Weihnachtsmänner zu verteilen, die Marian nun alleine herausgab.

Dann kam der junge Mann, um den es am Samstag ging, weshalb auch der außergewöhnliche Tourbericht vom letzten Mal entstanden ist. Micha kam dazu und die ganze Geschichte nahm ein gutes Ende. Der junge Mann hat sich bei allen Beteiligten, die anwesend waren, entschuldigt. Sie haben noch lange zusammen gestanden und sich unterhalten. Näheres kann ich dazu nicht sagen. Nur so viel: Erst wurde sich geschlagen, dann hat man sich wieder vertragen ... Aber das kennt man ja

Alles in Allem war es eine schöne Tour. Alle waren zufrieden, bis auf eine Person...aber einen hat man schon mal dazwischen. Diese Person hat mir mal wieder gezeigt, wie rassistisch diese Zeit doch ist…Da wurde ein Junge, der ehrenamtlich Weihnachtsmänner an Bedürftige verteilt, von einem Bedürftigen beschimpft und es wurde gegen seinen Wagen getreten, weil er keinen 2. Weihnachtsmann herausgab. Das hat mich so traurig und auch wütend gemacht, dass ich hinter demjenigen hergelaufen bin und habe ihm ein Verbot ausgesprochen.
So etwas wollen und können wir nicht durchgehen lassen und gehen rigoros dagegen vor!!!

Kurz bevor wir unsere Warm durch die Nacht Tour beendeten, gab Micha die letzte Regenjacke raus...somit war der Karton restlos leer. Wir verteilten noch alles, was übrig war, und verabschiedeten uns an diesem Abend mit einem guten Bauchgefühl von unseren Gästen.
So machten wir uns auf den Weg, zurück zur Garage, wo wir, wie jedes Mal nach der Tour, alles wieder reinigten und verstauten.
Wir waren eine große und lustige Truppe von Ehrenamtlichen an diesem Tag und ich muss sagen, es gibt immer solche und solche Erfahrungen.
Aber eines weiß ich sicher: Die Bedürftigen sind zum größten Teil dankbare Menschen!
Solange es Menschen gibt, die uns unterstützen, so lange werden wir mit unserem Suppenfahrrad durch die Stadt ziehen!

Bis bald,
eure Evelyn

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