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Unwetter Zentrale

Warm durch die Nacht - Tourbericht 05.08.2015

Diesmal wurde es eine regelrechte „Naschtour“, denn wir hatten eine ganz großzügige Spende von der Bäckerei Förster erhalten. Neben Brötchen und Brot gab es dieses Mal ganz viel Kuchen und sehr leckere Teilchen mit Obst, Pudding oder Schokolade. Das war für uns ein tolles Gefühl, zu starten mit dem Wissen, unsere Lieben nach der Suppe noch mit einem süßen Nachtisch überraschen zu können.
Wir wussten, dass Micha dieses Gebäck um 18:30 Uhr bringt und verweilten deshalb länger als sonst auf dem Viehofer Platz. Dadurch, dass unser Tourmitglied Michael uns genialerweise auch Brötchen mitgebracht hatte, konnten wir nun bereits diese mit Suppe ausgeben. Inzwischen besorgten wir das Wasser für Kaffee und Tee. Während wir noch auf Michael warteten, wurden wir Zeuge, wie 5 Meter neben uns ein Dealer Drogen an den Mann brachte. Es schien ihn überhaupt nicht zu stören, dass wir ihn dabei beobachteten. Das hat uns ziemlich erschüttert.
Rund ums Suppenfahrrad war dann auch schnell eine Menge los und es wurde schnell aufregend und unruhig.
Wir hatten A. bereits gesehen, wie sie am Brunnen ihre Kleidung auswusch. Nun kam sie zu uns an den Bollerwagen und fragte nach einer Hose. Während wir noch danach suchten, entdeckte sie eine Jacke auf dem Wagen, die sie auch noch haben wollte. Es folgte noch eine lange Wunschliste und ihre Stimme wurde dabei immer lauter und fordernder. Unaufhörlich schilderte sie laut, welche Probleme sie gerade hat. So haben

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 31.07.2015

Zum Monatswechsel rechnen wir immer mit weniger Leuten. Bei Vielen hat es dann Geld gegeben und sie scheinen dann nicht ganz so auf unsere Hilfe angewiesen zu sein. Aber uns war schon vor Tourbeginn bewusst: die Menschen, denen wir dieses Mal begegnen, das sind die, die durch jedes Sozialnetz fallen und deshalb besonders bedürftig sind.
Und so wurde es eine ganz besondere Tour mit ganz besonderen Menschen und ihren Schicksalen.
Für diese Tour bekamen wir frische Suppe aus dem Café Nord, so dass wir vorher eigentlich nur das Fahrrad und den Bollerwagen richten mussten, was allerdings dann doch aufwändiger wurde, als gedacht, dadurch, dass der Regen der letzten Tage unser Suppenfahrrad, trotz Plane, völlig unter Wasser gesetzt hatte. So mussten wir es dann doch nochmal auseinandernehmen, um alle Behälter trockenzulegen.  Eiligst packten wir dann Kleidung und Schuhe, Hundefutter und Hygieneartikel auf unseren Wagen und Famara füllte die Wärmebehälter mit Wasser auf. So kamen wir gerade noch rechtzeitig, um die köstliche Gemüsesuppe aus dem Nord abzuholen. Dort trafen wir den Rest des Teams und füllten Hackenporsche, Rucksäcke und die Seitenkörbe unseres Bollerwagens mit den Bäckerei-Spenden und mit Äpfeln. Schon gleich vor Ort konnten wir dann die ersten Portionen ausgeben, dadurch, dass die Suppe ja direkt heiß eingefüllt worden war.
Wir liefen weiter zur Marktkirche und wurden von zwei Männern, die dort auf der Treppe saßen laut und freudig begrüßt: „Seid gegrüßt und herzlich willkommen, ihr Engel!“ Direkt erhoben sie sich, kamen zu uns und ließen sich versorgen. Auch unser S., der inzwischen eine Wohnung hat, freute sich, uns zu sehen. Er ist weiterhin täglich in der Stadt .  „Ich muss ja arbeiten!“ so sagte er uns und wies auf den Becher in seiner Hand, mit dem er versucht, von Passanten Geld zu bekommen.
Mit Genuss aß er unsere Suppe, und als er mitbekam, dass wir Andere mit Kleidung versorgten, fragte er, ob wir nicht auch für ihn weitere schwarze Shirts oder Hosen hätten. Da wir ihn aber in letzter Zeit häufiger Kleidung gaben  und er dadurch eigentlich gut ausgestattet  sein müsste, erklärten wir ihm, dass wir jetzt auch andere Menschen versorgen müssten. Das sah er schließlich ein und war zufrieden mit ein Paar Socken und einem Paket Taschentücher, um das er uns bat. Gleich darauf tadelte er einen anderen jungen Mann, der die Suppe von uns einfach hatte stehen lassen, da sie ihm nicht schmeckte. Das ist typisch S.  Man kann ihm gar nicht böse sein, nein, eigentlich muss man immer ein wenig schmunzeln, ein lustiger Kerl, manchmal wie ein kleiner Junge. Später sollte es noch zu einer weiteren lustigen Begegnung mit ihm kommen.
Dann machte mich plötzlich  Vroni auf einen Mann aufmerksam, der bei ihr am Suppenrad stand, tränenüberströmt. Seine Mutter war gestorben und er verzweifelt. Nur mühsam unter Schluchzen erzählte er dann, dass er wohl am Sterbebett gesessen hat. Das Gespräch war ein wenig schwierig, da er auch stark alkoholisiert war. Nach und nach bekam ich heraus, dass sie in Köln beerdigt wurde und er nun keine Möglichkeit hat, ihr Grab zu besuchen, da ihm das Fahrgeld fehlt. Als ich ihn trösten wollte, krallt er sich plötzlich

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 25.07.2015

Eine Tour mit Hindernissen würde es werden, das war uns schon vorher klar.
Eine Openair-Großveranstaltung vor dem Café Nord und das angekündigte Unwetter mit Sturm und Starkregen bereiteten uns schon im Vorhinein Sorgen.  Lange haben wir überlegt, ob wir es überhaupt wagen könnten, mit dem Suppenfahrrad loszuziehen, oder ob der Sturm es uns unmöglich machen würde, das schwere Fahrzeug überhaupt durch die City zu schieben.
Mutig haben wir uns dann dafür entschieden und bei der Ankunft in der Innenstadt wurde dann auch sehr schnell deutlich, dass der Treffpunkt Café Nord dieses Mal nicht in Frage kommt. Schon im Vorbeifahren war eine riesige schwarzgekleidete Menschenmenge zu sehen, da wäre für uns kein Durchkommen möglich gewesen.
Also schoben wir  Rad und den Bollerwagen etwas mühsam durch die Seitenstraßen, um wenigstens in die Nähe des Treffpunktes zu kommen, denn dort erwarteten uns alle übrigen Tourengänger und Vroni und Michael mit der großzügigen Brot-  und Gebäckspende und eigentlich waren wir dort noch mit einer Spenderin verabredet.
Und schon gleich hier der erste Notfall: A. stand dort völlig durchgefroren, hatte in diesen Menschenmassen ihren Bekannten verloren, der alle ihre Sachen hatte. Dadurch, dass der Tag ja noch relativ warm begonnen hatte, war sie nur leicht bekleidet und stand nun da, durchnässt und zitternd. Schnell

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 15.07.2015

Dieses Mal wird es mir nicht gelingen, alle besonderen Momente, die wir erlebt haben, hier niederzuschreiben. Es waren so viele!
Ganz intensive Begegnungen mit sehr tiefgreifenden Gesprächen zeigen uns, dass die Ofw’ler uns inzwischen als Bezugs-und Vertrauenspersonen sehen, und deshalb soll einiges hier nicht wiedergegeben werden, da man es uns unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraute.
Aber es gab auch vieles, was uns sehr bewegt oder gefreut hat und daran wollen wir euch teilhaben lassen.
Wir starteten mit einem gut bestückten Bollerwagen, dadurch, dass wir viele tolle Kleiderspenden erhielten und am letzten Samstag alles gut sortiert und damit die Tour perfekt vorbereitet hatten.
Natürlich war auch unser Suppenfahrrad wieder mit dabei. Es gab leckere Erbsensuppe mit Würstchen oder als Alternative Nudel-Tomatentopf.
Schon gleich am Café Nord konnten wir einige Männer mit Shirts, Hosen , Unterwäsche und Socken erfreuen. Durch das doch etwas feuchte Wetter waren auch die Regenjacken gleich weitergereicht. Die drei Baseballkappen, die auf dem Wagen lagen, fanden auch sofort begeisterte Abnehmer. Hungrig warteten sie, bis unsere Suppe heiß genug war und aßen dann mit großem Appetit. Und sie waren sooo dankbar!
Wir erfuhren, dass Polizei und Ordnungsamt heute energisch durchgegriffen  und etliche Platzverbote erteilt hätten. So fürchteten wir schon, unsere Leute gar nicht zu treffen.  Aber es spricht sich schnell herum, wenn wir kommen. Der Eine sagt dem Anderen Bescheid oder gibt uns den Tipp, wo wir sie finden.
Wir trafen J. , den wir seit drei Wochen

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Warm durch die Nacht - Tourbericht 10.07.2015

Es ist längst Routine: ab 17 Uhr Suppenfahrrad richten, Bollerwagen beladen, diesmal mit toller Sommerkleidung für Damen, für Männer einige Hosen, eine Isomatte, und dann das Brot, Äpfeln  und alle Utensilien für Kaffee oder Tee.  Wegen der Umstrukturierung unseres Lagers nahmen wir jetzt nur gezielt die Kleidung mit, die wir Einzelnen versprochen hatten. Ab nächste Woche sind wir wieder besser sortiert und können auch unsere Männer hoffentlich wieder besser versorgen.
Schon am Nord kam R., dem wir endlich eine neue Hose reichen konnten. Zwar hatte er vor einiger Zeit von uns eine erhalten, es stellte sich dann aber heraus, dass diese kaputt war. „Die Neue zieh ich aber erst morgen früh nach dem Duschen an“ sagte er und freute sich dann auch noch über eine Baseballkappe, die er von uns bekam.
Dann zogen wir los Richtung Marktkirche. In der City herrschte noch viel Einkaufsbetrieb und zunächst schien es so, dass unsere Leute gar nicht vor Ort wären. Wir stationierten Rad und Bollerwagen und ich ging Richtung Kennedyplatz und tatsächlich, dort saßen die uns Bekannte Gruppe junger Punks. Als ich sie einlud, zum Rad zu kommen, freuten sie sich. Ich war schon auf dem Rückweg, da hörte ich ein „Ey!“ Als ich mich umdrehte, strahlte mich eins der jungen Mädchen an und zeigte mir mit beiden Händen ein „Like“.  Schnell kamen sie dann, aßen Suppe und freuten sich besonders über die Äpfel.
Dann ging es weiter zum Dom. Vom Burgplatz aus  kamen sie dann doch alle, hungrig, durstig und erfreut, uns zu sehen. Emsig verteilten wir Suppen, Brotpäckchen, Scheibletten-Käse und Obst.
Ein Stückchen weiter trafen wir dann N. mit ihrem blinden kleinen Hund. Gleich teilten wir ihr mit, dass wir diesmal viele Kleidungsstücke dabei hätten, die für sie passend sein könnten. Eine ganz besondere Freude konnten wir ihr mit einer sehr schicken Jeansjacke machen. Sie probierte sie gleich an, führte sie uns vor und fragte, ob sie ihr stünde. Und wirklich, sie sah richtig gut darin aus, was wir ihr auch deutlich sagten. Zusätzlich freute sie sich über einige Shirts und Hosen. So konnten wir sie, auch dank der Spende eines EPA-Mitgliedes aus Burgaltendorf in der letzten Woche richtig gut ausstatten und sie hat sich riesig gefreut. Selbstverständlich wurde sie, und natürlich auch ihr Hund dann noch mit Essen bzw. Futter versorgt.
Früher, als sonst, kamen wir zur Post und waren einen Moment lang selbst erstaunt, wie viele Leute wir in der kurzen Zeit bereits versorgt hatten. Hier fanden dann auch die letzten Kleidungsstücke dankbare Abnehmer. Alle nahmen freudig Suppe, Brot, Käsescheiben und Obst.
Als ich einem jungen Mann die Suppe reichen will, sagt er: „Moment, erst den Rucksack zumachen, da ist schließlich mein ganzes Leben drin.“ Oh ja, man muss es sich immer wieder deutlich machen: sie haben ihren gesamten Besitz in einem Rucksack.
Einen Herrn mussten wir dann einmal bremsen, als er sich am Bollerwagen selbst bediente. Denn wir möchten selbst auspacken und anreichen. Als wir ihm dies deutlich sagten, war er ein wenig eingeschnappt, Suppe nahm er dann aber trotzdem und setzte sich damit ein wenig abseits.
Eine junge Frau, J. fragte nach einem Schlafsack, den wir diesmal nicht dabei hatten. Wir versprachen ihr, ihn bei nächster Gelegenheit mitzubringen und ihr zu geben oder ihn beim Ofw’ler  A. zu deponieren, der für die meisten in der City Vertrauter und Freund ist, sich um ihre Angelegenheiten kümmert und auf ihre Sachen achtet.
Und dann war plötzlich alles verteilt und die Suppe leer. Aber der Gesprächsbedarf einiger war sehr groß. So unterhielten wir uns, während wir schon begannen, das Suppenfahrrad zu reinigen.
Immer wieder fragen Ofw’ler, warum wir das tun. Und die, die es wissen, betonen immer wieder, dass wir privat und ehrenamtlich aktiv für sie sind. Und gestern wurde mir bewußt, warum sie uns so viel Vertrauen schenken:  weil sie wissen, dass wir es tun, weil wir es wollen, nicht, weil es irgendein Job ist. Sie wissen, es geht uns um sie. Und es ist schön, wie sie das anerkennen, immer wieder.
Die Krönung war, als ich einem die Suppe reichte und er zu mir strahlend sagte: „Danke schön, Mietze!“ Ja, selbst Kosenamen kriegen wir jetzt schon von ihnen.
Fasziniert hat mich wieder mal Rubito, unser gemeinsames Hobby Musik ist bei jedem Treffen Thema. Gestern zeigte er mir, wie viele Noten er als PDF-Datei auf seinem Handy hat.
Nachdem wir Bollerwagen und Suppenfahrrad zurück zum Standort gebracht hatten, fuhren wir noch einige Sachen zum Lager. Da es noch nicht so spät war, wie sonst, entschlossen wir uns kurzerhand, noch einen Schlafsack mitzunehmen und ihn eben noch zu J. zu bringen. Am Dom saß A. und nahm in für sie an. So hatten wir an diesem Abend doch noch alle Wünsche erfüllen können.
Man fährt dann müde und zufrieden nach Hause, aber denkt noch über manches Gespräch und manche Begegnung nach. Abends ging mir M. nicht aus dem Kopf. Im Gespräch kam heraus, dass er in den 70ern Abitur am Helmholz-Gymnasium gemacht hat. Wie mag sein Leben gelaufen sein, dass er nun wohnungslos in der City lebt? Er teilte uns mit, dass er nun zu seiner Schwester ziehen würde, daran können wir aber alle noch nicht so recht glauben, obwohl wir es ihm so wünschen würden.
Es sind interessante und liebenswerte Menschen, die man jeden Abend trifft, und sie sind eben so unterschiedlich, dass es immer wieder spannend ist.

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