Essen packt an!

Warm durch die Nacht - Tourbericht 03.03.2018 von Carolin

Meine zweite Tour mit Essen packt anWarm durch die Nacht fing etwas verspätet an. Denn Corinna und Kadir mussten sich zunächst alleine um die Vorbereitungen kümmern. Als ich um viertel vor sechs zu ihnen zur Garage kam, hatten sie inzwischen von Martina und Andreas Unterstützung bekommen. Trotz Aufruf über Facebook war aber klar: Wir sind nicht genug Leute, um alle Wagen mitnehmen zu können. Aufgrund der immer noch frostigen Temperaturen hatte der Hygienewagen gegenüber Socken, Pullovern, Handschuhen, Decken, etc. das Nachsehen. Diese Entscheidung stellte sich schnell als die Richtige heraus.



Mit etwas Verspätung ging es auf zur ersten Station. Wieder einmal wurden wir schon sehnsüchtig erwartet. Der Möhren-Kartoffel-Eintopf von der VillaVue kam bei allen sehr gut an. Und schmeckte, wie mir bestätigt wurde, auch ohne Maggi sehr lecker. Vielen Dank an die Spender!

Neben Eintopf und warmen Getränke waren auch die Klamotten aus dem Kleiderwagen heiß begehrt. Corinna versorgte alle mit dringend benötigten Socken und anderen wärmenden Kleidungsstücken.
Dank des Aufrufs auf Facebook erhielten wir jetzt doch noch personelle Verstärkung. Carsten und Stefanie konnten uns unterstützen.

Bei der zweiten Station wurden wir

ebenfalls schon erwartet. Zum einen von Kundschaft und zum anderen von Kadir, der vorgegangen war, um weitere Backwaren abzuholen, die auch direkt großen Anklang fanden.
Obwohl dies erst meine zweite Tour war, konnte ich auch hier ein paar vom letzten Mal bekannte Gesichter wiedererkennen und man kam ins Gespräch.
Auf dem Weg zur letzten Station habe ich noch einmal heißes Wasser geholt im Cafe Solo Essen Kettwiger Str.. Damit konnten wir vor der Post noch ein paar Menschen mit einem heißen Kaffee oder Tee etwas aufwärmen.

In der Zwischenzeit erreichte uns die Nachricht, dass die Kältebrücke beim DRK Essen Borbeck noch eine Nacht auf haben würde. Carsten hat sich sofort drangemacht, den Transport für ein paar ihm von den letzten Nächten bekannten Obdachslosen zu organisieren. Carsten wurde vom dazugestoßenen Christian abgelöst.

Während wir an der letzten Station standen, kam eine Gruppe junger Männer mit einer Tragetasche mit Mützen und Fleecedecken auf uns zu. Diese haben sie wohl ihrerseits an Bedürftige verteilt und wollten uns die übrig gebliebenen überlassen, um sie weiterzugeben an die, die sie brauchen können. Das Angebot haben wir und unsere Kundschaft sehr gern angenommen und in null-komma-nix waren die Decken schon verteilt und manch einer freute sich über eine niegelnagelneue Mütze. Bei den Temperaturen sicher nicht verkehrt.

Auf dem Weg zurück zur Garage haben wir noch zwei „alte Bekannte“ angetroffen, die unser Angebot, sie für die Nacht nach Borbeck zu fahren, ausgeschlagen haben. Wir konnten sie aber immerhin zu einem heißen Tee überreden.
Die Reste, die am Ende der Tour übrig geblieben waren, hat Kadir noch nach Borbeck gebracht. Dort haben sich sicher noch mehr Leute darüber freuen können.

Als ich im Auto saß, um nach Hause zu fahren (die Sitzheizung automatisch auf Stufe 3), meine Füße langsam auftauten und ich mich auf meine heiße Dusche und das warme Bett gefreut habe, musste ich an die beiden Männer unter ihren Decken denken, die diese Nacht in der Kälte verbringen. Natürlich wusste ich auch vorher, dass es viele Menschen gibt, die jede Nacht im Freien schlafen, aber es hat es nochmal richtig verdeutlicht. Und ich hatte sehr gemischte Gefühle. Zum einen war ich traurig darüber, nicht mehr für sie tun zu können, zum anderen aber auch ein bisschen froh, dass ich mit meiner Hilfe bei EPA – Warm durch die Nacht wenigstens ein bisschen helfen konnte. Vor allem war ich – bin ich – sehr dankbar. Dankbar für das, was ich habe (z.B. ein Dach über'm Kopf) und noch mehr dankbar, dass es so tolle Menschen gibt, die sich um Menschen in misslichen Lagen kümmern. Deshalb bin ich letztendlich doch mit einem guten Gefühl ins Bett gegangen.
Ich freu mich auf’s nächste Mal, liebe EPA-Truppe

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